Das Guillain-Barre-Syndrom

Das Guillain-Barre-Syndrom, kurz GBS genannt, ist eine Autoimmunerkrankung die sehr selten auftritt und deren Ursache bisher letztlich nicht geklärt ist. Das Immunsystem wird attakiert und zwar von körpereigenen peripheren, das heißt außerhalb von Gehirn und Wirbelsäule befindlicher Nervenzellen. Dadurch wird die isolierende Myelinschicht zerstört. Wenn die Myelinschicht defekt ist, werden Nervenimpulse nicht richtig weitergeleitet.  Der Nerv kann jedoch auch seine Funktionsfähigkeit durch Behandlungen wiedererlangen.

Typische Erkennungszeichen für GBS ist eine an den Händen und Füßen beginnende Lähmung und Sensibilitätsstörung, die sich stufenweise immer weiter ausbreitet.

Bei leichten Formen des GBS mit nur leichten schmerzhaften Körperempfindungen und funktionell wenig einschränkenden Lähmungen ist eine stationäre Überwachung ohne spezielle Therapie bis nach Ende der Symptomprogredienz sinnvoll. Die Allgemeinbehandlung umfasst unter anderem eine physiotherapeutische Behandlung zur Thrombose- und Pneumonieprophylaxe. 

Bei schwerer und fortschreitender Krankheit mit beeinträchtigter Lungenfunktion sowie ausgeprägten Lähmungen sollte eine intensivmedizinische Betreuung erfolgen. Die intensivmedizinische Behandlung hat sich für das Gesamttherapieresultat im Hinblick auf die Senkung der Sterblichkeitsrate auf unter fünf Prozent als entscheidender Faktor erwiesen. Etwa 20 bis 30 Prozent der Patienten müssen im Verlauf ihrer Erkrankung vorübergehend beatmet werden. Wichtig ist, dass die Beatmung rechtzeitig eingeleitet wird und pulmonale Infekte frühzeitig behandelt werden. Eine Beatmungsnotwendigkeit kann sich selbst bei fehlender allgemeiner Zunahme der Lähmungen innerhalb kürzester Zeit entwickeln. Nicht zuletzt ist neben der allgemeinen intensivmedizinischen Prophylaxe und Therapie eine gute psychische Betreuung des Patienten für die Verbesserung des Krankheitsbildes wichtig.

Die Pflegekräfte in der familären Intensiv-Pflege-WG in Neuerburg haben eine intensivmedizinische Weiterbildung und sind auch mit der Betreuung von GBS-Patienten vertraut. 

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